Gospel, wie alles begann…..               

 aufgeschrieben  von Albert  Sturm                                     Radio  Sendung  Gospeltime

Wenn wir über Gospel reden, sollte man zunächst einiges Geschichtliche erwähnen.

Denn nur so, kann man Entstehung und Entwicklung  der Gospelmusik besser verstehen.

Nach meinem Kenntnisstand war das alles so :

Zuerst waren die Arbeitslieder, die so genannten  Worksongs  die Lieder der Sklaven. Neben der Musik, waren es versteckte Botschaften unter den Sklaven, denn eine normale Kommunikation unter Sklaven wurde streng verboten. So war die Musik, die einzige Art, sich zu verständigen.

Schon früh vermischten sich verschiedene Elemente der Musik , in diesen Liedern.

Aber eine Form der Darstellung der Spirituals (geistige Musik)  hat sich später auch in der Gospelmusik etabliert  und zwar der Call and response. Das heißt, einer singt vor , die Gruppe antwortet oder singt das Lied weiter

Waren es früher die afrikanischen Rhythmen gepaart mit den Liedern der Kirche, die man von den Missionaren kannte. Begann man nun durch stampfen der Füße und rhythmisches Klatschen in der Kirchen noch effizienter die Lieder zu

Das war der Beginn der Spirituals. Sie entstanden in freier Improvisation und wurden mündlich überliefert.

Bis zur Sklavenbefreiung 1865 dürfen wir sogar annehmen, dass der Text für verschiedene Mitglieder einer Gemeinde im gleichen Ort unterschiedliche Bedeutung hatte.

Alle zehn Jahre veränderte sich die Darstellungsform und die Texte der Spirituals und später der Gospellieder.

Der erste, 1901 gedruckte Gospelsong der African - Americans ist die Hymne "I'll overcome some day" des Methodistenpastors Charles A. TINDLEY aus Philadelphia, aus der später "We shall overcome" wurde. Charles A. TINDLEY stellt einen Meilenstein auf den Weg zur Annerkennung der schwarzen Gospelmusik dar.

Das Wort Gospel heißt „ Go spell „  sprechendes Evangelium. Mit der Hilfe der Musik wird das Wort Gottes verbreitet. Aber es sind drei grundlegende Unterschiede zwischen

Spiritual und Gospel, die meiner Ansicht nach  hier vorliegen :

  1. Spirituals sind richtige, volkstümliche Gruppenschöpfungen, dagegen werden  Gospel Songs  in mehreren Gesangsebenen  komponiert und getextet.

  1. Die Bilderwelt des Spirituals entstammt hauptsächlich dem Alten Testament, während  

      die Gospel Songs sich gewöhnlich auf den Leidensweg Jesu Christi und die Botschaft  

      des Neuen Testaments beziehen.

     

3        In dem man Jazzelemente verwendete, ist der Rhythmus der Gospelsongs flotter, vitaler und geht besser ins Blut. Das ist der Rhythmus wo man mit muss.

 

Die entscheidende Begegnung der schwarzen religiösen Musik mit Jazz ereignete sich um 1920 herum. Sie bewirkte einen Kirchenmusik-Boom, die es mit jedem Schlager aufnehmen konnte. Als Form bediente man sich des Blues (heute R & B ), Rumba, Mambo, Walzer, Ballade, Boogie-Woogie, ( heute  auch Rap, Reggae, sogar Techno)

Es gibt noch einen Bereich, der von dem Gospel inspiriert wird und zwar von der Klassik Musik.

Und auch heute ist die Gospelmusik ein Markt, der sich genau wie die Popindustrie vermarkten lässt in den USA. Der Gospelmusik Markt ist 5 mal so groß wie der Europäische Popmarkt. Dort gibt es mindestens drei Dieter Bohlen und Ralph Siegel in der Gospelszene.

 

Aber seit ungefähr 15 Jahren oder schon eher hat sich hier in Europa, besonders in Skandinavien eine eigene Form des Gospels gebildet.  Der white Gospel in Europa , losgelöst vom traditionalem Black Gospel, mit seinen neuzeitlichen Nuancen (Contemporary Gospel, Urban Gospel, Christian Gospel) ist speziell hier eine neuzeitliche Form des Gospel.

 

Hier um einige Namen zu nennen, die sich für den neuzeitlichen Gospel in Deutschland verdient gemacht.

 

Allen voran ist Angelika Rehaag zu nennen, die bundesweit  viele Workshops leitet und so frischen Wind seit mehr als 12 Jahren in die Gospelszene Europas gebracht hat. Die Tatsache, das sie neben der Gospelakademie Krefeld, zur Zeit 7 Chöre leitet, zeigt ihre unermüdliche Schaffenskraft in dieser Gospelszene.

 

Verena Kempkes und Stefan Rolauffs, beide geb. 1972 in Krefeld, gründeten den  Aachener Chor Sound’n Soul im Oktober 1997 und leiteten ihn bis Oktober 2003.  Danach waren es berufliche Gründe, die beide nach Berlin zogen und nun von dort aus , die Gospelszene inspirieren.

 

Stefan Bechstein aus Mönchengladbach mit seinen Chören sorgt vielerorts für Aufsehen.

 

Joakim Arenius, ehemals Joybells in Schweden sorgte mit seinen Liedern ebenfalls für Aufsehen.. 

 

Ich könnte noch mehr Namen aufzählen, denn ein Umdenken findet seit Jahren statt. Ausgelöst hat diese Entwicklung sicherlich spätestens die Sister Act Filme, so das es fast zum „guten Ton “ gehört, das in der Gemeinde ein Gospelchor existiert.

 

Die Kirche verspricht sich dadurch mehr Besucher bei den Messen und Mitglieder allgemein.

 

Aber Gospel als riesige PR Aktion der Kirche anzusehen,  ist definitiv falsch.

 

Sicherlich ist mein Wissen über Gospel nicht so umfangreich, das ich ein Buch darüber schreiben könnte, aber gerade vor meinem Schlaganfall 2003, war ich sehr aktiv.

 

Weit vor meinem TV Live-Auftritt mit den Jackson Singers im Jahre 1996 ,  beschäftigte mich das Thema Gospel ungemein.

 

Ein Jahr zuvor 1995 begann ich mit der Sendung  „ Gospeltime“ und ich brachte viele interessante Gospel Gäste wie  Edwin Hawkins, Jessy Dixon, Five Blind Boys of Mississippi für Interviews vor mein Mikro. Bei den Jackson Singers bin ich Ehrenmitglied auf Lebenszeit.

 

Eine schöne Zeit war, als ich über mehrere Jahre in USA Gospel sang, von New York bis New Orleans sang ich in vielen  Baptisten Kirchen. Diese Atmosphäre  war unvergleichlich und in Europa nicht zu erreichen, selbst wenn der Chor hier noch so gut ist.

 

Gospel bewegt ,  wenn man ihn versteht

 

Mit gospelaktiven  Grüßen                                          e-mail : gospelpost@t-online.de

Albert Sturm                                                                 Radioredaktion /Gospeltime

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